Höhenkrankheit

Die Diagnose Höhenkrankheit gilt als gesichert,
wenn 2 - 3 der unten genannten Symptome auftreten.

Immer zunächst davon ausgehen, und das
Gegenteil beweisen, denn die
Symptome der
Höhenkrankheit werden häufig ignoriert und negiert.

Zerebrale Form der Höhenkrankheit:

AMS, Acute Mountain Sickness, die akute Höhenkrankheit (im engeren Sinn). Sie tritt vornehmlich in Höhen zwischen 2500 und 6000m auf, und typischerweise 6 bis 12 Stunden nach der Ankunft in der Höhe. Die Häufigkeit von AMS liegt weltweit im Durchschnitt wahrscheinlich bei rund 30 bis 50%.

HACE, High Altitude Cerebral Edema, das Höhenhirnödem, beruht vermutlich auf einer identen Krankheitsentstehung wie AMS, und stellt die seltenere aber wesentlich gefährlichere Steigerung ersterer dar. Der Übergang von AMS zu HACE ist fließend. HACE kann innerhalb weniger Stunden zum Tode führen. Auch treten HACE und HAPE oft gemeinsam auf.

Pulmonale Form der Höhenkrankheit:

HAPE, High Altitude Pulmonary Edema, das Höhenlungenödem. Es kommt ebenfalls vornehmlich in Höhen zwischen 2500 und 6000m vor. Nicht weniger als 10% derjenigen, die rasch auf 4500m aufsteigen, entwickeln ein HAPE, während die Inzidenz normalerweise zwischen 1 bis 2% bei üblicher Anstiegsgeschwindigkeit liegen dürfte. HAPE beginnt meist in der zweiten Nacht in einer neuen Höhe und kann völlig unabhängig von AMS/HACE auftreten, häufig aber auch gemeinsam mit diesen.


Folie aus dem Workshop "Große Höhe"

Weitere Gesundheitsstörungen in der Höhe:

  • Periphere Unterhautödeme (HALE)
  • Höhenhusten
  • Thrombosen, Thromboembolien durch Dehydration
  • Erfrierungen, Unterkühlung
  • Sonnenbrand, Augen-Bindehautreizungen, Sonnenstich...
  • Infekte der oberen Atemwege
  • Durchfall
Symptome der Akuten Höhenkrankheit (AMS):
Leitsymptom: Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit Übelkeit Erbrechen
  • Müdigkeit Schwäche Lethargie
  • Schlafstörungen Schlaflosigkeit
  • Schwindel Gleichgewichtsstörungen
  • Häufige nächtliche Apnoephasen
  • Periphere Ödeme

 

Symptome des Höhenhirnödems (HACE):
Leitsymptom: Gang- und Stehunsicherheit
  • Gehstörungen Gangunfähigkeit
  • Stärkste Kopfschmerzen
  • Übelkeit ständiges Erbrechen
  • Lichtscheue, Sehstörungen, Augenzittern
  • Verwirrtheit Halluzinationen
  • Vernunftwidriges Handeln
  • Benommenheit Bewusstlosigkeit

Symptome des Höhenlungenödems (HAPE):
Leitsymptom: plötzlicher Leistungsabfall
  • Atemnot unter Belastung in Ruhe
  • Atemnot im Liegen
  • Husten, Beklemmungsgefühl in der Brust
  • Blaufärbung (Lippen, Fingernägel)
  • Husten mit blutig-schaumiger Auswurf
  • Atemrasseln
  • Fieber

 

Therapie der Höhenkrankheit:
Ruhetag einlegen bzw. Absteigen

Bei milder Form der Höhenkrankheit einen Ruhetag einlegen, körperliche Inaktivität, bewußte
Hyperventilation, kein Alkohol und keine Schlafmittel.

Bei schwerer Form (ohne Gang- und Stehunsicherheit) bzw. wenn keine Besserung eintritt Absteigen, sofern noch selbstständig möglich, sonst Abtransport.

Bei Verdacht auf Höhenödeme sofortiger (Abstieg
bzw.) Abstransport mit erhöhtem Oberkörper sowie
auf Kälteschutz achten.

 

Notfalltherapie der Höhenkrankheit:
Sauerstoff - Medikamente - Überdrucksack
Zur vorübergehenden Verbesserung des Zustandes für einen anschließenden Abstieg bzw. wenn ein Wechsel
in tiefere Lagen nicht rasch genug erfolgen kann.

 

Wir beraten sie gerne zu diesen Punkten!
Dr. Christian Gruber & Dr. Peter Schatzl