medint.at | Dr. Christian Gruber | Salzburg

Die Diagnose Höhenkrankheit gilt als gesichert, wenn 2 - 3 der unten genannten Symptome auftreten. Immer zunächst davon ausgehen, und das Gegenteil beweisen, denn die Symptome der Höhenkrankheit werden häufig ignoriert und negiert.


Symptome der Akuten Höhenkrankheit (AMS):
Leitsymptom: Kopfschmerzen

  • Appetitlosigkeit > Übelkeit > Erbrechen
  • Müdigkeit > Schwäche > Lethargie
  • Schlafstörungen > Schlaflosigkeit
  • Schwindel > Gleichgewichtsstörungen
  • Häufige nächtliche Apnoephasen
  • Periphere Ödeme


Symptome des Höhenhirnödems (HACE):
Leitsymptom: Gang- und Stehunsicherheit

  • Gehstörungen > Gangunfähigkeit
  • Stärkste Kopfschmerzen
  • Übelkeit > ständiges Erbrechen
  • Lichtscheue, Sehstörungen, Augenzittern
  • Verwirrtheit > Halluzinationen
  • Vernunftwidriges Handeln
  • Benommenheit > Bewusstlosigkeit


Symptome des Höhenlungenödems (HAPE):
Leitsymptom: plötzlicher Leistungsabfall

  • Atemnot unter Belastung > in Ruhe
  • Atemnot im Liegen
  • Husten, Beklemmungsgefühl in der Brust
  • Blaufärbung (Lippen, Fingernägel)
  • Husten mit blutig-schaumiger Auswurf
  • Atemrasseln
  • Fieber


Therapie der Höhenkrankheit:
Ruhetag einlegen bzw. Absteigen


Bei milder Form der Höhenkrankheit einen Ruhetag einlegen, körperliche Inaktivität, bewußte Hyperventilation, kein Alkohol und keine Schlafmittel. Bei schwerer Form (ohne Gang- und Stehunsicherheit) bzw. wenn keine Besserung eintritt Absteigen, sofern noch selbstständig möglich, sonst Abtransport. Bei Verdacht auf Höhenödeme sofortiger (Abstieg bzw.) Abstransport mit erhöhtem Oberkörper sowie auf Kälteschutz achten.


Notfalltherapie der Höhenkrankheit:
Sauerstoff - Medikamente - Überdrucksack

Zur vorübergehenden Verbesserung des Zustandes für einen anschließenden Abstieg bzw. wenn ein Wechsel in tiefere Lagen nicht rasch genug erfolgen kann.

Sauerstoff
Medikamente
Überdrucksack

AMS

Acute Mountain Sickness
die akute Höhenkrankheit (im engeren Sinn). Sie tritt vornehmlich in Höhen zwischen 2500 und 6000m auf, und typischerweise 6 bis 12 Stunden nach der Ankunft in der Höhe. Die Häufigkeit von AMS liegt weltweit im Durchschnitt wahrscheinlich bei rund 30 bis 50%.

HACE

High Altitude Cerebral Edema
das Höhenhirnödem, beruht vermutlich auf einer identen Krankheitsentstehung wie AMS, und stellt die seltenere aber wesentlich gefährlichere Steigerung ersterer dar. Der Übergang von AMS zu HACE ist fließend. HACE kann innerhalb weniger Stunden zum Tode führen. Auch treten HACE und HAPE oft gemeinsam auf.

HAPE

High Altitude Pulmonary Edema
das Höhenlungenödem. Es kommt ebenfalls vornehmlich in Höhen zwischen 2500 und 6000m vor. Nicht weniger als 10% derjenigen, die rasch auf 4500m aufsteigen, entwickeln ein HAPE, während die Inzidenz normalerweise zwischen 1 bis 2% bei üblicher Anstiegsgeschwindigkeit liegen dürfte. HAPE beginnt meist in der zweiten Nacht in einer neuen Höhe und kann völlig unabhängig von AMS/HACE auftreten, häufig aber auch gemeinsam mit diesen.

Weitere Gesundheitsstörungen in der Höhe

  • Periphere Unterhautödeme (HALE)
  • Höhenhusten
  • Thrombosen, Thromboembolien durch Dehydration
  • Erfrierungen, Unterkühlung
  • Sonnenbrand, Augen- u. Bindehautreizungen, Sonnenstich
  • Infekte der oberen Atemwege
  • Durchfall