HealthGIS
Anwendungen in der Medizinischen Geographie |
| Motivation |
| Wie
unterstützt Geoinformation unser Gesundheitswesen? von Ina Wienand. |
Neue
Erkenntnisse durch GIS! von Jürgen Schweikart und Peter Schatzl. Erschienen als Editorial in GIS - Zeitschrift für Geoinformatik, Oktober 2007 . |
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Mit
dem Begriff HealthGIS werden Anwendungen von Geoinformationssystemen (GIS)
und Forschungstätigkeiten bezeichnet, die sich an der Schnittstelle
zwischen Geographie und Medizin befinden. Hierbei kann es sich zum einen
um die Beschreibung und Erklärung raumbezogener Variationen von Krankheit
und zum anderen um die Planung von Gesundheitseinrichtungen handeln. Die wohl bekannteste historische Karte zur Aufklärung von Krankheitsverbreitungen ist jene von Dr. John Snow (1813-1858). Der Arzt kartierte die örtlichen Wasserversorgungsverhältnisse sowie Sterbefälle und konnte im Jahr 1854 die Ursache der Cholera in London, in diesem Fall die Kontamination einer öffentlichen Pumpe, belegen. Heute werden GIS im Rahmen der Krankheitsökologie zur Überwachung von Infektionskrankheiten, in der Krebsepidemiologie oder eben auch beispielsweise zur Analyse von Mortalitätsunterschieden in der Bevölkerung genutzt. In der Gesundheitssystemforschung werden mit Hilfe von GIS raumbezogene, zeitliche und organisatorische Strukturen und Prozesse des Gesundheitssystems untersucht, analysiert und bewertet. Hierzu zählen z.B. Studien zur Untersuchung der Verbreitung von Gesundheitseinrichtungen, zur Optimierung der Patientenversorgung oder zur Identifikation funktionaler Einzugsgebiete von Anbietern medizinischer Dienstleistungen. Insbesondere die seit vielen Jahren geführten Diskussionen um die Reduzierung der Kosten im Gesundheitssystem gaben den Anstoß zu prüfen, inwieweit vorhandene Ressourcen effizienter und effektiver genutzt werden können. Da ein großer Teil der Objekte im Gesundheitssystem, darunter sowohl die Angebote der Leistungen als auch die Nachfrage, raumbezogen sind, ist GIS ein geeignetes Instrument, um die Organisation von Gesundheitssystemen zu analysieren. Zu den Funktionen und Techniken von GIS in Public Health zählen die Visualisierung der Krankheitsverbreitung (disease mapping), die räumliche Analyse und Modellierung der Epidemiologie von Krankheiten, darunter Krankheitsmuster (disease cluster) in Abhängigkeit von Umweltrisiken und sozialen Faktoren, aber auch die Analyse der Verteilung von Gesundheitseinrichtungen (patterns of health care) und die damit verbundenen Konsequenzen für die Gesundheitsversorgung. Ein weiteres Potenzial bietet der Einsatz von Fernerkundungsdaten. In vielen HealthGIS Anwendungen geht es darum, Lebensräume von Krankheitsvektoren zu bestimmen, die mit Hilfe von Fernerkundungstechniken analysiert werden können. Die Möglichkeiten
des Einsatzes von GIS in der Gesundheitsforschung sind heute weltweit
bekannt, insbesondere in Forscherkreisen. Jedoch sind GIS Anwendungen,
insbesondere diejenigen, die über eine reine Visualisierung von Daten
hinausgehen, noch nicht sehr verbreitet. Die Ursachen für eine derzeit
noch limitierte Nutzung von GIS in diesem Bereich ist vor allem die derzeit
häufig noch geringe Verfügbarkeit von Gesundheitsdaten mit Raumbezug,
aber auch Wissensdefizite hinsichtlich der vielfältigen Anwendungs-
und Einsatzmöglichkeiten von GIS in der Gesundheitsforschung spielen
eine wichtige Rolle. |
Das vorliegende Heft
fokussiert sich auf "HealthGIS" und versucht einige wichtige
und zentrale Punkte zu beleuchten. Unter HealthGIS sollen Forschungen
an der Schnittstelle von Geographie und Medizin verstanden werden, dessen
wichtigste Methode die Angewandte Geoinformatik ist. Von zentraler Bedeutung
ist es, räumliche Phänomene zu erkennen, zu beschreiben, zu
erklären und die dahinter stehenden Prozesse aufzudecken. Zu häufig
angewendeten Techniken gehören statistische Methoden, Modellbildung
und Visualisierung gesundheitsrelevanter Geodaten. Die Analyse der Verteilung
von Gesundheitseinrichtungen ist ein mögliches Thema, wie es wichtig
ist, die Lebensräume von Krankheitsvektoren zu bestimmen. Dabei gilt
es, das gesamte Potenzial von HealthGIS zu erkennen. Insbesondere bei
krankheitsökologischen
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PRESSETEXT
zu HealthGIS als CALL
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